6496 neue Eindrücke


Erst eine Woche lebe ich in Sambia, doch schon jetzt weiß ich nicht, wo ich überhaupt anfangen soll mit erzählen. Heute verabschieden wir die Freiwilligen vom letzten Jahr, die uns in den letzten Tagen viele Orte gezeigt und uns jede Menge wichtiger Leute vorgestellt haben. Jetzt müssen wir ohne ihre Erfahrungen und Tipps klarkommen. Aber fangen wir von vorn an.

 

 

Frankfurt – Johannesburg – Livingstone.


Welcome to Zambia. Am Flughafen empfangen uns die „alten“ Freiwilligen mit einem Truck. Gepäck auf die Ladefläche, wir noch obendrauf und dann ging es schon los nach Mushili Way, unserem neuen Zuhause. Mit mir zusammen beginnen drei weitere Freiwillige dieses Abenteuer, Conny, Niklas und Fabian. Langsam richten wir uns ein und machen es uns gemütlich. Noch ist die Temperatur angenehm, doch es wird jeden Tag wärmer und wärmer.

 



Ich weiß nicht genau, wie ich mir Livingstone vorgestellt habe, aber es ist auf jeden Fall ganz anders. Jeder Versuch es zu beschreiben, scheint mir unvollständig. Vielleicht können euch diese Bilder einen Eindruck vermitteln.



Die ganze Woche lang haben wir gemeinsam mit Nina, unserer Projektmanagerin, und den „alten“ Freiwilligen die Projekte angeschaut, in denen sie gearbeitet und ihr Herzblut gesteckt haben. Nun stehen wir vor der großen Herausforderung diese Fußstapfen zu füllen und dazu noch vielleicht eigene Projekte umzusetzen. Wir besuchten verschiedene Schulen und da wurde mir erst richtig bewusst, wie groß der Unterschied zu den deutschen Schulen ist. Obwohl die Klassenräume für Klassen mit mehr als 40 Kindern echt klein wirken und das ein oder andere eingeschlagene Fenster komisch ausschaut, sind die Zimmer von innen mit bunten, selbstgemalten Plakaten aus dem Unterricht gestaltet. Ich bin gespannt, wie es wirkt, wenn all die quirligen Schüler hier richtig Stimmung reinbringen, derzeit sind in Sambia nämlich noch Ferien.



Wer vermutet, dass es Dörfer in denen die Menschen in runde Lehmhütten mit Strohdach leben, nur auf Postkarten gibt, der hat falsch gedacht! In den Villages rund um Livingstone gibt es eigentlich keine Steinhäuser oder Straßen. Die extrem einfache Lebensweise der Menschen in Mukuni oder auch Simoonga ohne Strom oder Wasser, hat mich stark beeindruckt und nachdenklich gemacht.



Für alle die sich Sorgen um meine Ernährung hier gemacht haben: Keine Angst! Es gibt hier eine Menge leckeres Essen. Besonderes das sambische Nationalgericht Nshima, also Maisbrei, hat mich begeistert und mit verschiedenen Beilagen ist das nicht nur günstig, sondern auch richtig lecker! Nur für das gute deutsche Schwarzbrot habe ich noch keinen Ersatz gefunden ;-)

 

Und an alle, die immer brav im Zoo die Elefanten, Giraffen, Antilopen und Paviane durch Gitterstäbe betrachten: Ich hab sie alle rein zufällig schon am Straßenrand bestaunen können!



Ich dachte ja immer die Elbe sei ein großes Fluss, aber gegen den Sambesi ist sie ein Witz. Noch nie habe ich einen so gewaltigen Fluss gesehen!



Zum Schluss noch eine kleine Geschichte, um euch zu verdeutlichen, wie unglaublich freundlich die Sambier sind:
An einem Abend sind Conny und ich durch die Stadt gelaufen, es wurde langsam dunkel und wir waren uns des Weges nicht mehr sicher. Deshalb fragten wir drei Frauen am anderen Straßenrand nach dem Weg. Statt uns eine Wegbeschreibung zu geben, sagte eine der Frauen, dass sie uns den Weg zeigen will und ist fast eine halbe Stunde mit uns zu unserem Ziel gelaufen, nur um sicher zu  gehen, dass wir auch wirklich dort ankommen. Wir quatschen, lachten und hatten eine richtig nette Wegbegleiterin.

 

Da die erste Woche schon so unglaublich spannend war, freue ich mich jetzt noch mehr auf alles was folgt!


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Kommentare: 1
  • #1

    Gumprecht, Katrin (Samstag, 20 August 2016 15:31)

    Hi liebe Susa,
    habe deinen Block gelesen. Ist ja Wahnsinn, was du schon gesehen und erlebt hast!
    Weiterhin ganz viel Spaß und stolze Erfolge!
    Liebe Grüße aus der Heimat
    Katrin und Ulf