Was ist eigentlich so los bei dir, Susann?

Bei mir ist wie immer eine Menge los! Der letzte Artikel ist schon wieder lang her und es gibt viel zu berichten.

Viel Spaß beim Lesen! :)

Ich habe Besuch!

 

Es ist schon lange dunkel als ich meine drei Abenteurer aus der Heimat am Busbahnhof ganz fest in den Arm nehme. Da stehen sie, in meiner neuen Zuhause. Michi, Olli und August sind in Livingstone. Zwei Wochen lang haben die drei versucht, so viel wie nur irgendwie möglich von Sambia, von Livingstone, in sich aufzusaugen. Es tat unglaublich gut, ihnen zeigen zu können, wie es hier aussieht, anstatt immer nur zu erzählen. Wer Interesse hat, mehr zu erfahren, der sollte die drei einfach mal darauf ansprechen.

 


Sport, Sport, Sport

Auf die Plätze, fertig, LOS!

Interhouse Competition

 

Zambezi, Luangwa, Kafue, Luapula, eigentlich sind das die größten Flüsse Sambias, doch an diesem Tag bedeuten sie etwas anderes. Sie sind die Namen unserer Houses („Häuser“) für die Leichtathletik Interhouse Competition. Die gesamte Schule wurde in diese vier Gruppen eingeteilt, von erster bis siebter Klasse. Die House Master haben die besten Athleten ihrer Häuser identifiziert und für die vielen verschiedenen Rennen aufgestellt. Ich war Zambezi House Master und habe den ganzen Tag eine Herde Kinder um mich versucht zu koordinieren, so dass rechtzeitig alle beim Rennen sind. August, Michi und Olli waren Kampfrichter. Gerannt wurden die verschiedensten Distanzen und jede Disziplin hatte seinen Experten. Das Ziel des Tages war nämlich nicht nur, den Kindern einen schönen Tag zu bescheren, sondern auch die Besten der Besten herauszufinden, welche wir dann zur Teilnahme an der Interschool Competition nominierten.

 

Interschool Competition

Level 2, Interschool Competition bei einer Nachbarschule. Aufgeregt und in Schultrikots gekleidet sehe ich strahlende Gesichter unserer Deligation für den Leichtathletikwettkampf zwischen den Schulen. Beginne sollte der Wettkampf um 8, 11:30Uhr wurde endlich eröffnet. Ich habe hier schon viele nicht sehr gute organisierte Events erlebt, dieses jedoch war der Höhepunkt. Teile der Laufbahn (in den Staub eingegrabene Rillen gefüllt mit Kalk) standen komplett unter Wasser. Somit waren alle die ersten Stunden damit beschäftigt, das Wasser von der Bahn zu bekommen. Da ich die Hoch- und Weitspringer bei mir in der Schule trainiert habe, war ich Betreuerin für diese. Auf verwunderte Nachfrage, wo denn die Sprungwettkämpfe stattfinden sollen, wurde mir mitgeteilt, dass diese ausfallen, weil man es nicht geschafft hätte, Sprunggruben vorzubereiten. Wenig begeistert stapfte ich zu meinen Springer um ihnen die enttäuschende Nachricht zu überbringen. Als dann aber die Rennen losgingen und alle lauthals ihre Mitschüler anfeuerten, war aller Frust vergessen und alle Teilnehmer haben es sehr genossen. Unsere kleine Linda South Primary School wurde Vierter von sechs Teilnehmern, zur großen Freude der Lehrerschaft, da man  in den Vorjahren immer nur Vorletzter geworden ist. Bei der Siegerehrung wurden wieder die Besten aller Schulen zu einem Team zusammen gestellt, um sich als Southern Zone Team mit den anderen Zonenteams aus Livingstone messen zu können.

Interzone Competition

Simoonga (meine alte Einsatzstelle) hatte die Ehre Level 3 der Leichtathletikwettkämpfe auszutragen. Ich habe mich gefreut, dass die wachsende Dorfschule, sich dieser Herausforderung annimmt, jedoch liegt die Schule am Hang, sodass die komplette Laufstrecke abschüßig war. Hier war ich nur Besucher und habe gute Organisation und tolle Stimmung genossen. Ich habe in Deutschland einige Leichtathletikwettkämpfe miterlebt, aber dass Kinder wie Lehrer einfach komplett ausrasten vor Freude, das ist einfach Sambia.


Netball – Neue Pfosten, 7 Spieler, ein Ball und jede Menge Spaß

Darf ich präsentieren? Unser nigelnagelneuer Netball-Ground!

Mithilfe Ihrer Spendengelder konnte ich für die Schule und die ganze Community um die Schule herum neue Netball-Ringe anfertigen lassen. Seitdem wird jeden Dienstag und Donnerstag fleißig trainiert. VIELEN DANK!

 

Netball ist eine Ballsportart, die wir in Deutschland gar nicht kennen, aber hier ganz groß ist. Man kann sich Netball ein wenig wie eine softe, kontaktlose Version des Basketballs ohne Prellen oder Schritte mit dem Ball vorstellen. Geworfen wird auf einen Ring in circa drei Meter Höhe ohne Brett. Eine Besonderheit ist die Zuordnung der Positionen, die beschränkt, welchen Teil des Spielfeldes, welcher Spieler betreten darf. So ist es beispielsweise nur zwei Spielern pro Team erlaubt, auf den Ring zu zielen.
Das Spiel macht den Mädchen richtig viel Spaß. Aber auch die Jungs finden mehr und mehr gefallen daran. Obwohl es nicht ansatzweise so wunderbar wie Handball ist (Grüße an meine Handballmädels), finde auch ich mich mittlerweile als mitfiebernder Coach am Spielfeldrand.

Im März fanden dann (Kurz nach Errichtung des Netballfeldes) die Schulwettkämpfe rund um Ballsportarten (Fußball, Netball, Volleyball) statt. Leider konnte ich nicht persönlich die von mir zusammengestellten Netballteams begleiten (Girls U13, Girls U17, Boys U17) , da wir an diesem Wochenende Zwischenseminar hatten. Berichten zufolge haben wir leider in Netball leider nicht allzu gut abgeschnitten. Das heißt, besser und ernsthafter trainieren. Es hängt häufig immer noch an einfachen Regelverstößen, die es zu vermeiden gilt. Also trainieren, trainieren, trainieren.


Zwischenseminar

Vom 25. bis 26. März hatten wir in kleiner Runde unserer zweites Zwischenseminar. Beim ersten Zwischenseminar Mitte Dezember war Daniel vom ASC zu Besuch und hat uns 4 Livingstone-Freiwilligen gemeinsam mit Nina durch die verschiedenen Themen geleitet.

Im März saßen wir also in kleiner Runde (meine Mitfreiwilligen Conny, Niklas, Fabian und Projektcoordinatorin Nina) in einem Klassenzimmer der Accacia International School (Projektstelle von Conny und Niklas) zusammen. Obwohl wir alle unter einem Dach wohnen und Nina oft sehen, gab es dennoch Gesprächsbedarf über verschiedene Themen. Für mich war es schwierig schon jetzt über die vergangene Zeit zu reflektieren. Dennoch stellten wir vier fest, dass wir im Hinblick auf letzten August, definitiv verändert haben. Ausklingen ließen wir das Wochenende mit einem Abendessen beim Inder, darauf haben wir uns alle am meisten gefreut.


Girls In Action – Psst! Nur Mädchen erlaubt!

Montag und Freitag heißt es: „Girls time!“. Für die Mädchen der Klassen 5,6 und 7 gibt es seit ein paar Wochen einen Grund mehr sich auf die Schule zu freuen: GIRLS IN ACTION, ein Programm der lokalen NGO „Sport In Action (SIA)“, mit welcher wir 4 ASC-Freiwilligen hier in Livingstone zusammenarbeiten. Das Programm hat zum Ziel, Mädchen und junge Frauen über verschiedene Themen aufzuklären und dafür zu sensiblisieren, Selbstvertrauen zu stärken und Bewusstsein für sich selbst zu entwickeln, um sich selbstständig vor falschen Entscheidungen und gefährlichem Verhalten schützen zu können. Themen sind beispielsweise Pubertät, HIV/AIDS, Hygiene, Drogenmissbrauch, Gender Based Violence, sexuelle Aufklärung und Life Skills. Diese Themen werden mit einfachen traditionellen Spielen, die den Mädchen sehr viel Spaß machen, verknüpft.

Gemeinsam mit Peter, einem äußerst engagierten, lokalem Freiwilligen von SIA, setzen wir uns zweimal wöchentlich mit den Mädchen zusammen unter einen Baum und diskutieren, räumen falsche Fakten aus dem Weg, spielen Spiele, haben Spaß und lernen jedes Mal etwas Neues.


Gerade eben haben wir mit den neuen, ziemlich aufgeregten, Freiwilligen geskyped, die im August unsere Stellen übernehmen werden.

Morgen fahre ich mit Freunden nach Namibia (20 Stunden Busfahrt juhu!).

Ich hoffe, ihr seid alle gesund und munter. :)

Frohe Ostern und bis bald!

Eure Susann

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